26IN T E RV IE WHier entsteht ein neuesKulturareal für die Bürger:innenWiens – das finde ich sensationell.Gespräch mit Susanne Schicker über dieStandortentwicklung am Otto Wagner ArealWährend der Sanierung des Museums-gebäudes in der Laudongasse dürfen wirRäumlichkeiten im Pavillon 1 am OttoWagner Areal nutzen. Wie kam es zu dieserglücklichen Situation?Ich habe mich mit einer guten Bekanntenüber die Ausstellung Das Kranke(n)haus – wieArchitektur heilen hilft(siehe S. 21) unterhal-ten. Daraufhin meinte sie, sie bringe einenFreund mit, der vielleicht auch etwas am OttoWagner Areal sucht. Das war Matthias Beitlund er hat sich kurz darauf den Pavillon 1angeschaut und sich bald dafür entschieden.Welche Hauptziele verfolgt die WienerStandortentwicklung GmbH im BereichWissenschaft, Bildung und Kultur,insbesondere im Kontext des OttoWagner Areals?Das Otto Wagner Areal wird eine Trans-formation erleben. Vom Krankenhauszum Kunst-, Kultur-, Bildungs-, Wissen-schaftscluster. Meine Aufgaben sind, dasOtto Wagner Areal mit dem neuen Fokusbekanntzumachen und dafür zu sorgen,dass es möglichst viele Ansiedelungen ausdiesen Bereichen gibt. Der Direktor desWien Museum, das die Kirche am Steinhofbetreut, sagte kürzlich zu mir, ich soll anein„Museumsquartier Wienerwald“ denken.Also sehr vielfältig und bunt, aber stringentin den genannten Bereichen.Kannst du uns einige der aktuellen odergeplanten Projekte vorstellen, die imRahmen der Standortentwicklung amOtto Wagner Areal, neben uns, umgesetztwerden(sollen)?Es gibt die Langzeitnutzung des Dokumen-tationsarchiv des Österreichischen Wider-stands(DÖW) im Pavillon 15, der einer derbeiden Tötungspavillons am Areal währenddes Nationalsozialismus war. Das DÖWwird ganz hierherziehen. Dann gibt es denPavillon 18, der gerade für Artists in Resi-dents-Programme umgebaut wird, Bauherrist die MA 7(Kunst& Kultur). Geplant ist einWohn-/Arbeitsraum für Künstler:innen,die nach Wien kommen. Weiters gibt esdie sogenannte Kulturachse mit der Direk-tion, dem Theater, der(Kultur-)Küche undder Kirche. Die Kirche bleibt Kirche undwird in den warmen Monaten vom WienMuseum betreut. Die Küche wird ein Ortfür Performances und Clubbings mit neuenMedien und Musik. Hier kann man vieleLeute hosten. Das Jugendstiltheater wirdgerade für eine Mehrspartennutzung saniert.In den letzten Jahren wurde das Theaterbeispielsweise von den Wiener Festwochen,dem Kammermusikfestival oder auch vonden Wiener Meisterkursen als Aufführungs-ort bespielt. In der Direktion ist das QueerMuseum Vienna angesiedelt. Zudem habenwir verschiedene Sportveranstaltungen amAreal und Nutzungen des Außenraums, etwadurch das Volxkino im Sommer. Das Arealumfasst 27 Hektar, das ist größer als derhalbe achte Bezirk. Es gibt 34 Baukörper. Nur12% des Areals sind verbaut und 88% sindFreifläche.Wie gestaltet sich bisher die Zusammen-arbeit mit anderen kulturellen undwissenschaftlichen Institutionen am Areal?Gibt es spezielle Partnerschaften, diebesonders hervorzuheben sind?Hervorzuheben ist auf jeden Fall das QueerMuseum. Ich finde, es passt hervorragend