Heft 
H. 9+10
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SCHAUFENSTER

,, Na dann..., Danke an die Bank!"( eine Touristin)

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Das Jahr mit freiem Eintritt ins Museum gehtzu Ende. Einige Gäste waren überrascht, keinEintrittsgeld bezahlen zu müssen. Viele habendavon profitiert und wir hatten schöneMomente in einem völlig frei zugänglichenHaus. Das Museum als Gastgeber eine Situa-tion, die nicht nur inhaltlich, sondern auch logis-tisch einiges ermöglichte.

Fast genauso soll es auch bleiben. Wir freuenuns, dass uns die Erste Bank auch 2016 beglei-tet. Wir werden ab Jänner den Museumsein-tritt wieder einführen, werden auch die Preise

anpassen, aber: Die freie Passage durch das Hauswird natürlich erhalten bleiben. Viele Menschenin der Umgebung haben uns zu diesem Schrittgratuliert und sehen das Haus nun mit anderenAugen. Die Verbindung Laudongasse/ Schön-bornpark wird stark frequentiert. An schönenTagen wird der Garten manchmal zur Lagerwie-se, die Caféhaustische sind gut besucht. Wiegesagt: Schöne Momente.

Matthias BeitlDirektor

Provenienzforschung im Volkskundemuseum- AktuelleEntscheidung des Kunstrückgabebeirats

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Obwohl das Volkskundemuseum als Vereins-museum formal nicht an die Bestimmungen desKunstrückgabegesetzes gebunden ist, koope-riert es eng mit der Kommission für Proveni-enzforschung mit dem Ziel eines transparen-ten und offensiven Umgangs mit eventuell zuUnrecht im Museum vorhandenen Objekten undderen Restitution an die Rechtsnachfolgerinnenund Rechtsnachfolger verfolgter und beraubterPersonen. Seit 1. Februar 2015 erfolgen im Hausumfassende Recherchen zu den Vorbesitzerln-nen jener Objekte, die das Museum zwischen1938 und 1945 inventarisierte.

Am 15. Oktober 2015 empfahl der Kunstrück-gabebeirat die Rückgabe von Objekten aus derethnologischen Sammlung von Dr. SiegfriedFuchs, zu der bereits Rückgabebeschlüsse zuanderen Institutionen vorliegen.

In der Begründung heißt es u.a.: Der in Wien

geborene Rechtsanwalt Dr. Siegfried Fuchs( 1883-1946) wurde von den Nationalsozialistenals Jude verfolgt.[...] Er wurde[...] aus der Stan-desliste der Rechtsanwälte gelöscht und war zurFinanzierung diskriminierender Abgaben undseiner Flucht auf Verkäufe seiner Sammlungangewiesen. Siegfried Fuchs musste im Jahr1940 fliegen und verstarb am 25. Juli 1940 inShanghai.[...] Die Verkäufe des dem Kreis derverfolgten Personen zuzurechnenden SiegfriedFuchs[ sind] als nichtige Rechtsgeschäfte gemäß§ 1 Nichtigkeitsgesetz 1946 zu beurteilen."Der Beiratsbeschluss ist auf der Website desVolkskundemuseums und der Kommission fürProvenienzforschung publiziert.

www.volkskundemuseum.atwww.provenienzforschung.gv.at

Claudia SpringProvenienzforscherin

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50. Jahrgang