49. JG./2014 134
KURZNACHRICHTEN
EXKURSIONSBERICHT
26. September 2014
Von Holzknechten,Waldbauern und Perchern
Zur Einstimmung auf die kommende Aus-stellung ,, Baum- Zeit. Vor und nach dem Fest"organisierte Dr. Claudia Peschel- Wachaeine Exkursion in das waldreiche Gebietder Obersteiermark und des Piestingtalsin Niederösterreich.
Die erste Station war im Holzknecht-museum im steirischen Mürzsteg, woes noch heute einen ca 3 ha großenUrwald gibt. In den Mischwäldern domi-nieren Fichte, Ahorn und Buche.Herr Genser vom Museumsverein Histo-risches Mürzsteg und Holzknechtlebenveranschaulichte mit Hilfe von kurzen Filmenden Umgang mit dem Rohstoff Holz imWandel der Zeit: die Holzschlägerung mitder Axt oder Säge bzw. Motorsäge biszum Einsatz von Harvestern. Wo früher über500 Holzknechte im einstigen KaiserlichenJagdgebiet Schwerstarbeit verrichteten,bedienen heute nur noch eine HandvollArbeiter die Fällmaschinen.
Herr Genser beeindruckte durch sein Fach-
wissen über die Holzbringung per Schlittenim Winter und mittels Schwemme im Früh-jahr, wofür bereits im Sommer Spundwändemit Riesennägeln in der Mürz vorbereitetwurden.
Da sich der Museumsverein auch mitErzählter Geschichte beschäftigt, hörtenwir die Aufnahme eines 1919 gebore-nen, pensionierten Holzknechts, der überHolzknechtbräuche sprach und von derVerpflegung im Wald: vom täglichenTroadkaffee"( Getreide kaffee) mit„ Goaẞ-milch"( Ziegenmilch) und in der Hütteüber dem Feuer zubereiteten Sterz. In derso genannten Laftenhütte, einer originalenHolzknechthütte, bereiteten indessen zweiMitarbeiterinnen einen Sterz für uns zu.Im Bus war über die Ingredienzen und dieRezeptur bereits gerätselt worden.Aus der großen Pfanne bekam jede/ r seinePortion der aus Mehl und Schmalz zube-reiteten Mahlzeit, die mit Heidelbeerenund Zucker verfeinert, besonders gutschmeckte. Gestärkt ging es mit demZuklinbus weiter durch das zauberhafteGebiet des Schwarzatals über den Lahn-sattel, die Kalte Kuchl via Rohr im Gebirgenach Gutenstein beim Mariahilfberg.In der Alten Hofmühle, wo sich seit den1960er Jahren das Waldbauernmuseumbefindet, wurden wir von Frau Pawelak- Ast,der Tochter der Museumsmitbegründerin
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OSTERREICH
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