Heft 
60 (2025) 2
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60 2/2025 P RO G R A M M17Programmschwerpunkt 2025Through the DarkÜber Leben in autoritären ZeitenBis Sa, 13.9.2025und lernen von historischen Beispielen.Wie können wir trotz der Polarisierungenmiteinander sprechen?Herbert Justnik,Kuratierung und ProgrammleitungAn die 70 Prozent aller Staaten weltweit sindautoritär regiert, auch in Österreichs Nach-barschaft. Bei der letzten Nationalratswahlerreichte die FPÖ mit ihren Kulturkampfthe-men den ersten Platz und hätte fast denKanzler gestellt. In den USA gewann DonaldTrump die Wahl und baut seither den Staatautoritär um.Wir erleben die Zerstörung demokrati-scher Institutionen und die Einschränkungvon Teilhabe. Autoritäre Regime beschnei-den demokratische Verfahren der Beratung,Abstimmung und Aushandlung und fahrenden Sozialstaat zurück. Autoritär-charis-matische Führung wird als vermeintlicheSicherheit angeboten. Dem gegenüberstehen Bestrebungen um Beteiligung und einMiteinander, das auf Fürsorge und Beziehungbasiert.Von März bis September 2025 widmetsich das Volkskundemuseum Wien miteinem eigenen Programmschwerpunkt dendrängenden Fragen in zunehmend dunklenZeiten: Was passiert unter der Herrschaftautoritärer Regime, in nach rechts gerück-ten Gesellschaften? Wie lebt es sich fürwen? mit den Zumutungen politischer wiegesellschaftlicher Enge? Welche Rolle spielendabei Institutionen?Workshops, Lectures, Performances,Clubs und Installationen bilden das Pro-gramm für vier Mikrofestivals am OttoWagner Areal. Ergänzt werden sie durch eineGesprächsreihe am Institut für EuropäischeEthnologie und Deep Readings an ausge-wählten Orten in der Stadt. Dabei suchenund erproben wir HandlungsmöglichkeitenGesprächsreiheLeben in autoritären ZeitenKulturwissenschaftliche Analysenund kulturelle InterventionenLiberalismus und Autoritarismus scheinenzwei gegensätzliche politische Konzepte zusein. Was aber, wenn sie viel mehr zusam-menhängen? Welche Verbindungen bestehenhistorisch zwischen ihnen und wie lassensich daraus die Ausprägungen und Einflüssedieser Systeme auf unser Leben verstehen?Was kann dem entgegengesetzt werden?Wir laden Kultur- und Sozialwissenschaft-ler:innen, Journalist:innen und Aktivist:in-nen ein, um diesen Fragen auf den Grundzu gehen. Sie blicken auf die historischenWurzeln des liberal-ökonomischen Denkensin Österreich und untersuchen die erstenneoliberalen und autoritären Regime inLateinamerika. Die Vorträge widmen sich dengegenwärtigen Entwicklungen in Österreich,Deutschland und Mitteleuropa genauso wieder aktuellen Situation in Argentinien und inden USA. Perspektiven auf Big Tech sowie dasEuropäische Grenzregime kommen zu Wortund wir diskutieren die kritischen Potentialevon Abolitionismus und Black Studies.Do, 27.3.2025, 17 UhrBerthold Molden(Wien),Karin Fischer(Linz)Historische und globale Dimensionenvon Neoliberalismus, Faschismus und­Autoritarismus: Von Österreich bis Chile