22D I G I TA L E S M U S E U MNeu in der Online Sammlung PlusIn den ersten Wochen des Jahres 2026erfuhr die Online Sammlung Plus einenbunten Zuwachs von ca. 390 Objekten.StickmustervorlagenDieses Konvolut umfasst 183 handkolorierteKupferpatronen für Stickmustervorlagenaus dem 19. Jahrhundert. Die Blätter zeigenGenredarstellungen, Sinnbilder sowie florale,figurale und dekorative Motive und gebenEinblick in weibliche Handarbeitspraktikenjener Zeit. Durch die digitale Bereitstellunglassen sich Verleger aus Wien und Berlinsowie ihre Vertriebswege im Vergleich mitanderen Beständen – etwa im MuseumEuropäischer Kulturen in Berlin – leichtererforschen. Zugleich werden die historischenVorlagen nicht nur für die Forschung, son-dern auch für zeitgenössische Handarbeitenbesser zugänglich.Kinderbücher von Eleonore GrantDas Volkskundemuseum Wien erhielt 2021eine kleine Sammlung selbstgefertigter, fan-tasievoll illustrierter Heftchen und Büchleinals Geschenk. Die Bilder der kleinformatigenWerke stammen von Eleonore Grant. Dieum 1945 entstandenen Unikate waren alspersönliche Geschenke der 1930 geborenenKünstlerin an ihre Verwandtschaft gedacht.Die im Konvolut befindlichen 17 originalillustrierten Büchlein ergänzen den bereitsvorhandenen Bestand an persönlich angefer-tigten Bilderbüchern für den Privatgebrauch.Beigefügt waren außerdem ein illustrierterKalender und zehn lose Blätter mit aquarel-lierten Tuschzeichnungen. In den fantasievol-len Geschichten und Abbildungen derliebevoll gestalteten Einzelanfertigungenspielen personifizierte Blumen und Insektensowie menschengestaltige Fabelwesen dieHauptrolle. Mit ihren kleinen Büchleinverschenkte Eleonore Grant Lebensfreude ineiner Zeit, in der ihr Leben von Krieg undFlucht geprägt war.HaarbilderDas inklusive Musterstücken 75 Objektezählende Konvolut zeugt von der Traditiondes Aufbewahrens und der Verarbeitungvon menschlichem Haar zu Bildwerken inverschiedenen Techniken. Die Sammlungumfasst Liebesgaben und Geschenke,Schmuck, Erinnerungsbilder, Stammbuch-blätter, Totengedenkbilder, künstlerischeBildwerke, Andachtsbilder und Votivgaben.Gestickt, geklebt, zu Blüten und Kränzengebunden, versinnbildlichen diese Kleinodedie Bedeutung des Haares zum Zwecke derErinnerung. Das Schenken, Aufbewahrensowie die Bearbeitung und Verarbeitungmenschlichen Haares sind dabei als sehrpersönliche Geste zu werten.Insbesondere Friseurinnen und Friseureversuchen, dieses in Vergessenheit geratenehandwerkliche Können wiederzubeleben.Die erhaltenen Objekte weisen eine heutekaum erreichte Feinheit in der Ausführungauf. Daher ist es von großem Wert, solchedigitalen Reproduktionen für den Vergleichmit Werken anderer Institutionen sowie fürdie weitere Erforschung der Haarbilder zurVerfügung stellen zu können.GürtelDie Sammlung breiter Ledergürtel mit Feder-kielstickerei oder Zinnschmuck des Volks-kundemuseum Wien ist international bekanntund wird immer wieder als Referenz fürForschungen herangezogen. Diese sogenann-ten Bauchranzen wurden von Fuhrleuten undanderen Berufsgruppen einerseits zum Kör-perschutz und zur Aufbewahrung von Doku-menten und Geld verwendet, andererseitsdiente die prächtige Verzierung als Anzei-