Heft 
61 (2026) 3
Einzelbild herunterladen
 

61 3/2026 S C H A U F E N S T E R11Platzwunder und Pionierarbeit:­Update von der Sanierung des­Gartenpalais SchönbornHier zu bauen ist wie auf einer Briefmarkezu arbeiten so beschreibt BaumeisterMartin Schlager die Sanierung des Garten-palais Schönborn im 8. Bezirk. Platzmangelprägt die Baustelle: Container werden gesta-pelt, selbst auf dem Dach warten Materialienauf ihre Verarbeitung. Lagerfläche ist Luxus!Das führt zu einem ständigen Umrangieren,um jeden verfügbaren Quadratmeter optimalzu nutzen. Trotz dieser schwierigen Bedin-gungen schreitet das Projekt sichtbar voran.Fast jede Woche verändert sich das Gebäudetechnisch wie atmosphärisch. Dabei kommenimmer wieder Überraschungen ans Licht, dieaus den zahlreichen Umbauphasen der ver-gangenen Jahrhunderte stammen. Besonderssichtbar wird dies beim neuen Stiegenhaus 3im Zentrum des Gebäudes, dessen RohbauAnfang Juni weitgehend abgeschlossen seinwird. Der Eingriff zeigt eindrucksvoll, wel-che baulichen Leistungen notwendig waren:Innerhalb des historischen Bestands wurdeein völlig neues Stiegenhaus samt Kellererrichtet. Auf nur rund 50 arbeitete sichein Minibagger tief in den Untergrund vor, bisdie ersten Fundamente hergestellt werdenkonnten. Die letzten Verbindungen zum his-torischen Keller mussten schließlich händischfreigelegt werden. Durch die Erschließungdes Bestandskeller mit einem Aufzug entste-hen hier wertvolle neue Lagerräume sowieein Serverraum.Auch die moderne Gebäudetechnik hältEinzug. Ende Mai traf bereits das Herzstückdes Gebäudes ein, eine Luft-Wärmepumpe,die das Museum vom Dach aus mit Wärmeund Kälte versorgen wird. Im neu errichtetenNiederspannungsraum der künftigen Haupt-schlagader der Energieversorgung wurdenbereits Stromverteiler montiert und MitteJuni die Hauptleitung vom Traforaumeingezogen.Um das Museum nachhaltig mit Energie zuversorgen, entstehen auf dem Dach einePhotovoltaikanlage mit 23 kWp. Gemeinsammit der geplanten Bunker-PV-Anlage werdenkünftig knapp 50 kWp für den Museumsbe-trieb erzeugt.Doch nicht nur technisch verändert sichdas Palais. Estrich und Fußbodenheizung sindverlegt, Kabel, Wasserleitungen und Abflüssewerden installiert. Parallel dazu haben dieRestaurierungsarbeiten begonnen. Histori-scher Stuck wird in aufwendiger filigranerHandarbeit von mehreren Millimetern alterFarbschichten befreit und rekonstruiert,sodass das ursprüngliche Erscheinungsbilddes Palais wieder sichtbar wird.Auch die Fassade erstrahlt bereits imneuen Gewand, Nein kein Schönbrunngelb.Den Projektbeteiligten war es wichtig,authentische Farben zu verwenden, die demGebäude gerecht werden und gleichzeitigdezente Akzente setzen. Holzfenster, Türenund das Haupttor erhalten ihre historischeGestaltung und Farben zurück. Selbst dierestaurierten Steinfiguren erstrahlenmittlerweile wieder in neuem Glanz undschmücken wieder das Dach des Palais. Nochin diesem Jahr werden die Sanierungsarbei-ten abgeschlossen und wir beginnen, dasGebäude einzurichten. Wir werden weiterberichten.Patrick Widhofner-Schmidt,­Nutzer:innenvertretung für die Sanierung