AUSSTELLUNG
April bis Oktober 2015, Mutation ab November 2015
Klimesch- Das Geschäft mit den Dingen.
Der Nahversorger im Museum
Im Rahmen eines längerfristigen Ausstellungs- Die„ offene Ding- Akademie"projekts zeigt das Volkskundemuseum Wien bisEnde Oktober 2015 das Sortiment des Haus-halts- und Eisenwarengeschäftes Klimesch.
Zwischen der Firma Klimesch und dem Museumbestand eine jahrzehntelange enge Geschäfts-beziehung. Herr Klimesch, dessen Geschäft sichin der Nachbarschaft des Museums befand,versorgte das Museum mit Waren aller Art: Glühbirnen, Schrauben, Werkzeug und mit dem, wassonst noch alles im Museumsalltag gebrauchtwurde. Als die Handlung im Jahr 2013 schloss,kaufte das Volkskundemuseum den Restbestandder Waren in Bausch und Bogen- einschließlichder Regale und Geschäftsmöbel.
Das Thema der aktuellen Ausstellung ist dasVerhältnis der Menschen zu den Dingen imAlltag. Es geht aber auch um die Frage, wieKonsum, Produktion und Handel die Bezie-hungen zwischen den Menschen untereinan-der regeln. Nicht zuletzt geht es auch um dieRolle, die ein Museum im Umgang mit denDingen spielen kann und soll. Das Museum istselbst ein Umschlagplatz für Dinge und Wissen.Wie in einem Gemischtwarenladen werden hierGeschichte und Gegenwart verhandelt. DieAusstellung versteht sich als Beitrag zur Diskus-sion unserer materiellen Kultur und der Funkti-on von Museen.
Nicht nur die Konzeption, auch die Ausstellungselbst ist ein offenes Experiment zum prozes-sualen Ausstellungsmachen – die im April eröff-nete Schau wandelt sich mit dem Eingreifen
der BesucherInnen ständig und entwickelt sichweiter. Die Objekte stehen nicht in Vitrinen,sondern agieren in einem Objekttheater, in demBerühren erlaubt und Mitspielen erwünscht ist!
94
-
Die offene Ding- Akademie" wird im Rahmender Ausstellung„ Klimesch Das Geschäft mitden Dingen. Der Nahversorger im Museum"stattfinden. Sie versteht sich als Nahversor-gung für alle mit Wissen, Ideen, Diskussionsan-geboten und politischen Perspektiven. Diesewerden hier gemeinsam geboren, durchdacht,gefüttert und wieder verworfen. Die„ offeneDing- Akademie" ist darüber hinaus ein Ort desHandelns: Es können ganz konkrete Eingriffe indie Ausstellung geplant und getätigt werden.Dinge können gegen Geschichten und andereWerte getauscht oder mit einer persönlichenGeschichte ins Museum eingebracht werden.Handlungsnotwendigkeiten und Handlungs-spielräume werden geschaffen und vielleichtwieder zur Seite gestellt. Mit der„ offenenDing- Akademie" entwickeln wir gemeinsameine Utopie für neue Formen der Wissenspro-duktion, in welchen die Dinge, die uns umge-ben auch ein Wörtchen mitsprechen.
Die Angebote der„ offenen Ding- Akademie"bestehen aus gemeinsamer Lektüre, Dingper-formances, Podiumsdiskussionen, Workshopsund dem Austausch mit ExpertInnen unter-schiedlichster Lebenslagen und ihrem jeweiligenWissenssortiment. Jeder Veranstaltungsbesuchbringt den TeilnehmerInnen je nach Aktivie-rungsgrad eine bestimmte Anzahl von Punkten,
die in einem Studienbuch verzeichnet werden.Selbstverständlich wird am Ende der gesamtenAusstellung feierlich ein Diplom verliehen. Die„ offene Ding- Akademie” lädt alle zum Mitden-
ken, Mitspielen, Mitutopisieren ein, besondereVorkenntnisse werden dabei nicht benötigt!
50. Jahrgang